Als sich am frühen Nachmittag die Bänke füllten und selbst auf der Empore noch Menschen Platz fanden, wurde das Georgikircherl für ein paar Stunden zum erzählenden Raum. Geschichte, Erinnerung, Humor und Musik kamen hier zusammen.
Ein Raum, der erzählt
Jochen Nistler führte die Besucherinnen und Besucher am Tag des offenen Denkmals durch die Baugeschichte, die Architektur und die Ausstattung von St. Georg am Berg. Der Degler-Altar, die Bilder, das Chorgestühl und die beiden Georgslegenden erschlossen sich dabei nicht als einzelne Schaustücke, sondern als Teile eines gemeinsamen Zusammenhangs.
Unter den Gästen waren Bürgermeister Rainer Schroll und Kreisheimatpfleger Dr. Christian Soika. Nistler erinnerte daran, dass der Erhalt eines solchen Kulturguts Gegenwart braucht: Menschen, die hinschauen, Verantwortung übernehmen und aus Worten Taten werden lassen.
Erna mischt sich ein
Für die heiteren Zwischenrufe sorgte Bettina Nistler als „Putzfrau Erna“. Mit ihrer eigenen Sicht auf den heiligen Nepomuk und die Geschichten des Georgikircherls platzte sie immer wieder in die Führung hinein. Das Publikum nahm das Zusammenspiel mit sichtlichem Vergnügen auf; der fachliche Stoff bekam dadurch eine zweite, ausgesprochen bodenständige Stimme.
Zwei Premieren
Die Vachendorfer Zithermusi mit Lisbeth Genghammer, Irmi Wirth, Eva Dauhrer und Peter Graspeuntner gab dem Nachmittag seinen musikalischen Bogen. Gemeinsam mit dem Publikum erklang erstmals Von hier aus, das neue Heimatlied mit einem Text von Jochen Nistler. Viele Besucherinnen und Besucher sangen mit.
Als drittes Stück folgte eine weitere Premiere: der Zapfenstreich. Die Volksweise wurde von Lisbeth Genghammer bearbeitet. Nach anhaltendem Applaus endete der offizielle Teil mit einem gemeinsam gebeteten Vaterunser. Zu den Klängen der Zithermusi verließen die Gäste das Kircherl; manche blieben noch, stellten Fragen und führten die Gespräche weiter.
Was bleibt
Der neue Kirchenführer St. Georg am Berg lag an diesem Nachmittag erstmals zur Mitnahme aus. Er erzählt von dem Raum und von den Menschen, die durch Restaurierung, Pflege und persönliches Engagement dazu beigetragen haben, dass das Georgikircherl heute so erlebt werden kann.
Vom 4. Oktober an führt die Ausstellung Haltung und Heimat im Haus der Dorfgemeinschaft Vachendorf denselben Gedanken drei Wochen lang weiter: Heimatgeschichte lebt dort, wo Menschen ihren Wert erkennen und Verantwortung für sie übernehmen.
Bilder des Nachmittags
Gehört zu
Gemeinde und Leben






