Mammutstoßzahn, geborgen am 3. Juni 1975, mit originaler Beschriftung. Foto: Franz Liebl, heimatkundliche Stoffsammlung. Geometrisch gerichtet und beschnitten, ohne KI-Retusche.
Liebl hielt fest, wann und wo der Mammutstoßzahn geborgen worden war.
In Kiesgrube Mammut-Stoßzahn gefunden – Scanseite 1
Mit seinen Beiträgen in den Chiemgau-Blättern machte er den Fund auch Menschen bekannt, die ihn nie selbst gesehen hatten.
Besucher der Ausstellung zum 300-jährigen Kirchenjubiläum in Vachendorf, August 1981. Heimatkundliche Stoffsammlung Franz Liebl, DOC 91. Fotograf nicht gesichert. Bildausschnitt.
In seinen Ausstellungen konnten die Besucher selbst schauen, vergleichen und miteinander ins Gespräch kommen.
Historischer Einblick in Franz Liebls Arbeit: Funddokumentation, Veröffentlichung und Ausstellung.
Der kleine Saal im Haus der Dorfgemeinschaft war fast voll: Knapp 50 Menschen kamen am Sonntag, 11. Oktober, um 10 Uhr zur zweiten Matinée von „Haltung und Heimat“. Jochen Nistler erzählte über Franz Liebls Art zu sammeln – und darüber, weshalb diese Arbeit bis heute für Vachendorf wichtig ist.
Der Zahn im Schrank
Ein Mammutstoßzahn zog sich als Beispiel durch den Vortrag. Liebl hatte den Fund von 1975 dokumentiert, Fachleute einbezogen und später darüber geschrieben. Seine Unterlagen machen die Geschichte des Fundes noch heute nachvollziehbar.
Für Nistler gehört dazu eine persönliche Erinnerung: Als Drittklässler stand er mit anderen Kindern im kleinen Schulleiterzimmer vor einem Holzschrank. Darin lag der zerbrochene Zahn. Liebl erzählte begeistert von Mammuts, die einst durch die Gegend gezogen waren, und zeigte Bilder. Die Kinder hätten wohl am liebsten das ganze Tier gesehen.
Die Bedeutung der Fragmente verstand Nistler erst später. Liebls Freude daran, den Kindern etwas zu zeigen, blieb hängen.
Was durch das Sammeln erhalten bleibt
An Kirchenrechnungen, alten Handschriften und beschrifteten Bildern zeigte Nistler weitere Seiten von Liebls Arbeit. Eine Fotografie bewahrt das Aussehen eines Gebäudes. Eine ergänzende Bemerkung kann darüber hinaus erklären, wozu etwas diente. Solche unscheinbaren Angaben machen die Sammlung heute besonders wertvoll.
Liebl gab sein Wissen weiter: im Unterricht, in Artikeln und Ausstellungen sowie durch seine Zuarbeit zum Kirchenführer. Auch Nistlers frei vorgetragene Erzählungen knüpften daran an.
Der Zuspruch und die Rückmeldungen machten ihm Mut. „Jetzt müssen wir den Leuten Platz machen, dass sie ihre Geschichten erzählen“, sagte er nach der Veranstaltung. Schon während der Ausstellung hatten Besucher eigene Erinnerungen und Bilder beigetragen. Wie daraus ein gemeinsames Gedächtnis wachsen kann, wird im dritten Teil „Weiterdenken“ Thema sein.
Am Mittwoch: Neumüller und der Straßenbau nach Maria Eck
Am Mittwoch, 14. Oktober, um 19 Uhr spricht Albert Rosenegger im kleinen Saal des Hauses der Dorfgemeinschaft Vachendorf über Johann Baptist Neumüller. Im Mittelpunkt steht das Gemälde „Straßenbau nach Maria Eck“ von 1826. Der Abend gehört zum Begleitprogramm von „Haltung und Heimat“.
Mammutstoßzahn, geborgen am 3. Juni 1975, mit originaler Beschriftung. Foto: Franz Liebl, heimatkundliche Stoffsammlung. Geometrisch gerichtet und beschnitten, ohne KI-Retusche.In Kiesgrube Mammut-Stoßzahn gefunden – Scanseite 1Besucher der Ausstellung zum 300-jährigen Kirchenjubiläum in Vachendorf, August 1981. Heimatkundliche Stoffsammlung Franz Liebl, DOC 91. Fotograf nicht gesichert. Bildausschnitt.