Bericht

Bilder wecken Erinnerungen: Rückblick auf Haltung und Heimat

Bildgeschichte · 6 Bilder
Sechs Bildschirme auf weißen Tischen um einen Blumenschmuck.

Die sechs Thyriden bringen historische Bilder ins Foyer des Hauses der Dorfgemeinschaft.

Beschriftete rote, grüne, blaue und gelbe Ordner der Heimatkundlichen Stoffsammlung Franz Liebl im Regal.

Franz Liebls Ordner bewahren die Grundlagen für neue Fragen an die Geschichte Vachendorfs.

Jochen Nistler spricht vor dem Publikum neben dem Ausstellungstitel.

Bei der Eröffnung am 4. Oktober erzählt Jochen Nistler von Franz Liebls Lebensweg.

7. und 8. Klasse vom 31. März 1960; Franz Liebl steht rechts in der Aufnahme.

Franz Liebl mit der 7. und 8. Klasse am 31. März 1960 verbindet Ortsgeschichte mit persönlichen Erinnerungen.

Unter dem Wort „Heimat“ versammeln sich vertraute Motive.

Die Kinderarbeiten zur Ausstellung zeigen, was jungen Vachendorfern Heimat bedeutet.

Besucher betrachten historische Fotografien an den Bildstationen.

Schon nach der Eröffnung betrachten Besucher gemeinsam die historischen Fotografien.

Die Ausstellung „Haltung und Heimat – Franz Liebl“ hat in Vachendorf viele Menschen zusammengebracht. Vom 4. bis 25. Oktober 2026 begegneten sie im Haus der Dorfgemeinschaft dem früheren Lehrer, Schulleiter und Heimatforscher – und entdeckten in seinen Bildern zugleich Spuren der eigenen Geschichte.

Als Gestalter der Ausstellung habe ich mich besonders darüber gefreut, wie aus dem gemeinsamen Anschauen Gespräche entstanden. Die Besucher erinnerten sich an Menschen, Häuser und ihre Schulzeit. Sie ergänzten Namen und erzählten Begebenheiten, die auf einem Foto allein nicht zu erkennen sind.

Gemeinsam auf Klassenfotos schauen

Besonders deutlich wurde das beim gut besuchten Schulabend. Die alten Klassenfotos machten Freude: Wer sitzt dort in der ersten Reihe? Wer erkennt noch jemanden? Gemeinsam wurden die Bilder betrachtet und beschriftet. Es kamen vor allem Menschen aus dem Dorf, aber auch Auswärtige, die früher in Vachendorf zur Schule gegangen waren.

Auch am letzten Sonntagvormittag fanden nochmals viele Interessierte den Weg in die Ausstellung. Eine weitere Matinée gab es an diesem Tag nicht. Kurzfristig zeigte ich nochmals Klassenfotos und suchte mit den Anwesenden nach Erinnerungen. So endete die Ausstellung mit dem, was sie immer wieder lebendig gemacht hatte: Menschen schauten zusammen hin und brachten ihre eigenen Geschichten mit.

Franz Liebl begegnen und seine Arbeit weiterdenken

Die drei Sonntagsmatinéen „Ankommen“, „Sammeln“ und „Weiterdenken“ spannten den Bogen von Liebls Lebensweg über seine heimatkundliche Stoffsammlung bis zu der Frage, wie wir heute damit weiterarbeiten. Die Gemeinde Vachendorf trug die Ausstellung; Angelika Dolores Nistler wirkte als Ortsheimatpflegerin mit.

Sechs digitale Bildstationen, die Thyriden, eröffneten unterschiedliche Blicke auf die historischen Fotografien. Dazu kamen die Erinnerungen von Traudl Liebl in einer Tondokumentation. Man konnte im eigenen Tempo schauen, verweilen und miteinander ins Gespräch kommen.

Die Grundschule brachte mit Bildern, Musik, Tänzen und zwei gespielten Sagen eine eigene Perspektive ein. Beim Treffen des Freundeskreises für Heimatpflege ging es auch um heutige Formen des Bewahrens und Erzählens. Martina Höhne vom Ökomodell Achental ergänzte den Nachmittag um Fragen zum verantwortlichen Umgang mit Archivmaterial und Veröffentlichungen.

Einen weiteren gut besuchten Abend gestaltete Albert Rosenegger mit seinem Vortrag über Johann Baptist Neumüller und das Gemälde „Straßenbau nach Maria Eck“. Auch dieser Beitrag fand großen Zuspruch.

Was bleibt

Für mich war „Haltung und Heimat“ eine rundum gelungene Ausstellung. Das Interesse und die vielen Gespräche haben gezeigt, wie viel den Menschen die Geschichte ihres Ortes bedeutet. Liebls Sammlung bewahrt dafür wertvolle Grundlagen. Die Erinnerungen der Besucher führen weiter, was in den Unterlagen begonnen hat.

Die Ausstellung ist zu Ende, ihre Themen bleiben zugänglich. Auf K.u.H. lassen sich die Berichte und die heimatkundliche Stoffsammlung weiterentdecken. Die drei Thyriden-Folgen sind auf der Werkseite von kesslfligga erhalten. Sie laden dazu ein, noch einmal hinzuschauen – und vielleicht eine eigene Erinnerung wiederzufinden.

Weiterlesen

Die Ausstellungseröffnung

Die Schulveranstaltung mit Sagen und Kinderbildern

Die zweite Matinée über Liebls Sammeln

Die heimatkundliche Stoffsammlung

Ankommen, Sammeln und Weiterdenken – öffentliche Bildfolgen auf kesslfligga

Persönlicher Rückblick von Jochen Nistler, Konzeption und Kuration der Ausstellung. Ereigniszeitraum: 4.–25. Oktober 2026; Schlussbilanz vom 30. Oktober 2026. Grundlage sind eigene Erinnerungen und die verlinkten Ausstellungsberichte.

Sechs Bildschirme auf weißen Tischen um einen Blumenschmuck.
Der Ausstellungsraum mit den sechs Thyriden im Haus der Dorfgemeinschaft Vachendorf. Foto: Bettina Nistler.
Beschriftete rote, grüne, blaue und gelbe Ordner der Heimatkundlichen Stoffsammlung Franz Liebl im Regal.
Ein Blick in die ursprüngliche Stoffsammlung. Foto bereitgestellt von Jochen Nistler.
Jochen Nistler spricht vor dem Publikum neben dem Ausstellungstitel.
Jochen Nistler beim Vortrag „ankommen“ zur Ausstellungseröffnung am 4. Oktober 2026. Foto: Bettina Nistler.
7. und 8. Klasse vom 31. März 1960; Franz Liebl steht rechts in der Aufnahme.
Franz Liebl (rechts) mit der 7. und 8. Klasse, 31. März 1960. Historische Aufnahme aus dem K.u.H.-Bildbestand; Fotograf bislang nicht ermittelt.
Unter dem Wort „Heimat“ versammeln sich vertraute Motive.
Ausgestellte Kinderarbeit bei der Schulveranstaltung in Vachendorf am 9. Oktober 2026. Foto bereitgestellt von Jochen Nistler; Fotograf/in nicht angegeben.
Besucher betrachten historische Fotografien an den Bildstationen.
Gäste beim Besuch des Ausstellungsraums nach dem Vortrag. Foto: Bettina Nistler.

Themen

Gemeinde und Leben