K.u.H.Kultur und Heimatpflege · Vachendorf
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Schulanbau und Hochwasserschutz prägen Vachendorfs Investitionen

30. Oktober 2026

Text: Jochen Nistler

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Der große Saal war zur Bürgerversammlung voll besetzt.
Bürgermeister Rainer Schroll erläuterte die Finanzen und Vorhaben der Gemeinde.
Die Vachendorfer brachten Fragen, Anregungen und Dank in die Versammlung ein.
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Die Gemeinde ist schuldenfrei und investiert in Schule und Hochwasserschutz. Bei der Bürgerversammlung ging es außerdem um die Zukunft des Freibades, den stockenden Glasfaserausbau und Anliegen aus dem Ort. Die Straße Am Türlberg soll noch vor dem Winter asphaltiert werden.

Vachendorf – Im voll besetzten großen Saal des Hauses der Dorfgemeinschaft gab Bürgermeister Rainer Schroll bei der Bürgerversammlung am Freitag, 30. Oktober, einen Überblick über die Entwicklung der Gemeinde, ihre Finanzen und die anstehenden Aufgaben. Bei der um 19.30 Uhr begonnenen Veranstaltung gehörten der Schulanbau und der Hochwasserschutz am Türlberg zu den Schwerpunkten. Daneben kamen Einrichtungen, ehrenamtliches Engagement und Angebote zur Sprache, die den Alltag im Dorf prägen.

Der Haushalt 2026 umfasst rund 5,78 Millionen Euro. Davon entfallen rund 4,15 Millionen Euro auf den Verwaltungshaushalt und 1,63 Millionen Euro auf den Vermögenshaushalt. Nach den vorgestellten Zahlen ist Vachendorf schuldenfrei. Auf dem Tagesgeldkonto liegen 2,4 Millionen Euro.

Zu den wichtigsten Einnahmequellen gehören der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer mit rund 1,35 Millionen Euro, die Schlüsselzuweisung mit rund 826.000 Euro und die Gewerbesteuer mit 360.000 Euro. Die Grundsteuer A und B ist mit zusammen 212.700 Euro aufgeführt. Hinzu kommen unter anderem die Umsatzsteuerbeteiligung mit rund 54.600 Euro und die Konzessionsabgabe mit rund 35.100 Euro.

Erhebliche Beträge fließen über Umlagen ab. Die Kreisumlage beträgt rund 1,06 Millionen Euro, die Umlage für die Verwaltungsgemeinschaft rund 496.000 Euro. Zusammen sind das etwa 1,55 Millionen Euro. Weitere größere Positionen im Verwaltungshaushalt sind der Gemeindeanteil für den Kindergarten mit rund 386.000 Euro sowie Löhne, Gehälter und Lohnnebenkosten mit rund 426.000 Euro. Der Gemeindeanteil für die Schule liegt bei rund 137.000 Euro.

Schulanbau überwiegend durch Zuschüsse gedeckt

Eine der größten Positionen bei den Vorhaben ist der Schulanbau. Dafür weist die Finanzübersicht 2026 eine Million Euro aus. Dieser Betrag wird zum größten Teil durch Zuschüsse gedeckt; die Gemeinde muss somit nur einen Teil aus eigenen Mitteln tragen. Schroll veranschaulichte die Arbeiten und die Planung für die Ganztagsschule mit einem Baustellenfoto und Bauzeichnungen.

Für elektronische Tafeln sind weitere 20.000 Euro aufgeführt. Die Schülerbeförderung schlägt mit 58.545 Euro zu Buche, die Unterdeckung der Mittagsbetreuung mit 30.870 Euro. Der Finanzüberblick machte damit neben den Bauaufgaben auch die laufenden Aufwendungen für Schule und Betreuung deutlich.

Für den Hochwasserschutz am Türlberg nennt die Übersicht 450.000 Euro. Das Projekt beschäftigte auch mehrere Besucher in der Fragerunde. Sie wollten wissen, wann die Straße Am Türlberg asphaltiert werde. Der Bürgermeister kündigte an, die Arbeiten demnächst in Angriff zu nehmen. Die Straße solle auf alle Fälle noch vor dem Winter geteert werden.

Beim Naturbad ist Geduld erforderlich

Zur Zukunft des Freibades stellte Schroll eine Vorstudie für die Sanierung und Umgestaltung zum Naturbad vor. Erwartungen an einen baldigen Baubeginn dämpfte er jedoch. Im kommenden Jahr sei damit noch nicht zu rechnen. Zunächst müssten die weiteren Planungen auf den Weg gebracht und die Zuschussmöglichkeiten abschließend geklärt werden. Der Bürgermeister machte deutlich, dass das Vorhaben noch Vorlauf brauche. Für das bestehende Schwimmbad weist der Verwaltungshaushalt 2026 Ausgaben von 101.576 Euro aus.

Ungewiss bleibt auch der Beginn des Glasfaserausbaus durch die Avacomm Systems GmbH. Auf Nachfrage berichtete Schroll, bereits zweimal mit angekündigten Terminen vertröstet worden zu sein. Nach seiner Auskunft gibt es beim derzeitigen Ausbau des Unternehmens im Achental Schwierigkeiten mit Nachunternehmen, die die Grabungsarbeiten übernehmen. Diese Probleme führten zu Verzögerungen. Einen konkreten Starttermin für Vachendorf könne und wolle er deshalb derzeit nicht nennen.

Beschwerden über den Belag der Hauptstraße

Kritik aus dem Publikum betraf den Zustand der Hauptstraße und der Kurve beim Gasthaus zur Post. Besucher beklagten Rillen im Belag, starke Fahrgeräusche und stellenweise eine als schmierig empfundene Fahrbahn. Schroll verwies darauf, dass es sich um eine Staatsstraße handle. Die Gemeinde könne dort nicht selbst über Straßenbauarbeiten entscheiden. Sie könne die Anliegen aber an die zuständige Stelle weitergeben, Verbesserungen anregen und nachfragen.

Es gab auch Beispiele dafür, dass Anregungen aus einer Bürgerversammlung aufgegriffen werden. Ein Bürger bedankte sich für die Aufstellung einer Geschwindigkeitsmesstafel in Mühlen. Dies hatte er bei der vorjährigen Versammlung angeregt. Eine Bürgerin lobte den neuen Standort des Steins zum 1200-Jahre-Jubiläum auf der Verkehrsinsel an der Siegsdorfer Straße. Dort sei der Stein nun gut sichtbar, nachdem er zuvor im Wald eher verborgen gewesen sei.

Eine weitere Nachfrage galt dem Gasthaus zur Post. Nach Auskunft des Bürgermeisters ist eine Eröffnung im Januar geplant. Vorgesehen sei ein Café mit einer kleinen Brotzeitkarte.

Großer Applaus für die Feuerwehr

Besonders deutlich wurde die Anerkennung für das ehrenamtliche Engagement beim Dank des Bürgermeisters an die Freiwillige Feuerwehr: Im Saal gab es großen Applaus. Die vorgestellten Zahlen nennen 257 Vereinsmitglieder, 54 Aktive und fünf Jugendliche. Als Kommandanten wurden Matthias Hubbauer und sein Stellvertreter Markus Ortner aufgeführt.

Die Übersicht zur Arbeit der Wehr verzeichnete 13 Einsätze und 20 Übungen. Hinzu kamen Gruppenführerübungen und verschiedene Ausbildungsmaßnahmen, etwa im Atemschutz, an der Motorsäge und im Funk. Bilder ergänzten den Rückblick auf die Arbeit der Feuerwehr.

Auch Kinderbetreuung und Schulen nahmen Raum ein. In der katholischen Integrationskindertagesstätte Maria Himmelfahrt arbeiten nach den vorgestellten Angaben 14 pädagogische Beschäftigte. Dazu kommen eine Kinderpflegeschülerin sowie Kräfte für Büro, Küche, Reinigung und Hausmeisteraufgaben. Die Mittelschule Siegsdorf besuchen 28 Schüler aus Vachendorf, acht davon den M-Zug im Mittelschulverbund Chiemgau-Süd.

Zirkusprojekt und Angebote für Kinder

Schroll erinnerte außerdem an das Zirkusprojekt, bei dem die beteiligten Kinder gemeinsam ein Programm für die Manege erarbeitet und vor Publikum aufgeführt hatten. Bilder aus dem Ferienprogramm zeigten weitere gemeinsame Unternehmungen, Naturerlebnisse und kreative Beschäftigungen.

Das Kinderkino im Haus der Dorfgemeinschaft wird in der Saison 2026/27 fortgeführt. Auf dem Programm stehen unter anderem „Die Schule der magischen Tiere“, „Pumuckl und das große Missverständnis“ sowie „Tafiti – Ab durch die Wüste“. Der Eintritt kostet einschließlich Getränk und Popcorn zwei Euro.

Weitere Themen waren die Ortsheimatpflege, die Wunschbaum-Aktion und der soziale Fahrdienst für Bergen und Vachendorf. Der Fahrdienst richtet sich an Bürger beider Gemeinden, die aufgrund einer Notlage nicht selbst fahren können und Unterstützung bei notwendigen Wegen zu Ärzten, Behörden oder zum Lebensmitteleinkauf brauchen. Die Wunschbaum-Aktion der Sozialen Bürgerhilfe Bergen-Vachendorf bietet eine weitere Möglichkeit, Menschen vor Ort zu unterstützen.

Zum Stand vom 9. Oktober zählte Vachendorf 1826 Einwohner. Für das laufende Jahr waren bis dahin 16 Geburten, neun Sterbefälle und sieben Eheschließungen verzeichnet. Zum Vergleich nennt die Statistik für 2025 einen Einwohnerstand von 1812 sowie acht Geburten, 16 Sterbefälle und elf Eheschließungen.

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