Erlstätt im Frühling 2025. Eine Kirche wird hier bereits um das Jahr 740 vermutet. Diese stand aber wohl an anderer Stelle, möglicherweise am sogenannten "Kirchberg" im Südosten des heutigen Dorfes in der Nähe der Römergehöfte.Das heutige Kirchengebäude wurde ca 1480 erbaut. Der Baumeister ist uns heute leider nicht mehr bekannt. Der schöne Zwiebelturm im Frühlicht. Er wurde nach dem Vorbild Vachendorf und Haslach (dortiger Baumeister Lorenzo Sciasca) in der Barockzeit gestaltet. Die "Schnecken" an den unteren Ecken nennt der Denkmalpfleger fachlich korrekt "Voluten". Blick durch die Turmvorhalle ins Kirchenschiff und auf den AltarDas spätgotische Netzgewölbe stammt noch aus der Erbauungszeit. Im Chor ist es von viele Schlusssteinen geziert. Das Gewölbe entspringt den sogenannten "Diensten". Einen Dienst nennt man den Wandvorbau, der das Gewölbe trägt. Die Gewölberippen haben die Barockisierung überstanden und wurden damals nicht wie bei vielen anderen Kirchen als "unmodern"abgeschlagen. Man sieht hier sehr schön die Schlusssteine zwischen den Rippen.Barocke Pracht: St. Peter mit seinem Schlüssel und oben Paul mit dem Schwert. Der eigentliche Altar wurde um 1700 gefertigt und wurde von St. Valentin in Ruhpolding/Zell erworben.Besonders beachtenswert: Der "Bär" zu Füssen des BischofsDer romanische segnende Christus ist eine der ältesten erhaltenen Skulpturen des Chiemgaus. Er stammt aus dem frühen 14. Jahrhundert. Die Figur wurde im Barock überformt, man sieht es z.B. an den Händen.Der Kruzifixus mit der Mater dolorosa darunter stammt wohl aus dem 18. Jahrhundert.Ein ausdrucksstarkes Gesicht ist dem Künstler bei der schmerzerfüllten Maria gelungen.Das Steinmarterl stammt wohl aus dem 16. Jahrhundert. Es steht rechts vorne im Altarraum. In der sog. "Laterne" eine Marienfigur mit dem abgenommenen Leichnam Christi. Aus dem rotmarmornen Schaft der Säule wurde ein erhabenes Kreuzrelief herausgemeisselt. Die Glasfenster stammen aus der Barockzeit, etwa 1650. Sie wurden von der Wallfahrtskirche in Dürrnberg bei Hallein erworben.Anlässlich der 1000-Jahrfeier der Kirche malte der Vachendorfer Künstler dieses sehr qualitätvolle und ausserordentlich detailreiche Bild. Es befindet sich an der linken Seitenwand im Kirchenschiff.
Erlstätt, St. Peter und Paul im Thale, Kurzportrait
Die Kirche St. Peter und Paul im Thale liegt im Ortskern von Erlstätt und gehört zum Pfarrverband Heiliger Franziskus von Assisi.
Sie ist tagsüber geöffnet und lohnt einen kurzen Besuch – mit barocker Ausstattung, alten Figuren und einer ruhigen Atmosphäre.