Manchmal beginnt ein Fest in Vachendorf, bevor sich die Menschen am Festplatz versammelt haben: mit einem weithin hörbaren Salut. Die Fuschbachtaler Böllerschützen begleiten kirchliche und weltliche Feste und geben besonderen Tagen einen kraftvollen Auftakt.
Auf einen Blick
- Gegründet: 4. Mai 1984
- Sitz: Vachendorf-Mühlbach, nach dem erhaltenen Satzungsblatt
- Aufgabe: Pflege des Böllerschützenbrauchtums bei kirchlichen und weltlichen Veranstaltungen
- Vereinsleben: Schießen, gemeinsame Fahrten, Almtag, Besuche und gesellige Zusammenkünfte
Wenn Feste hörbar werden
Beim Maibaumaufstellen, beim Patrozinium oder zum Jahreswechsel sind die Böllerschützen nicht bloß Begleiter am Rand. Ihr Schießen markiert einen Augenblick: Jetzt beginnt etwas, jetzt kommt die Dorfgemeinschaft zusammen. Der laute Knall ist Teil eines überlieferten Brauchs – und zugleich ein Zeichen, das viele Menschen in Vachendorf unmittelbar mit Festtagen verbinden.
Zwei Anfänge einer Geschichte
Die Geschichte des Böllerschießens im Ort reicht weiter zurück als der heutige Verein. Für das Jahr 1931 berichten die Ortschroniken von einer Erlaubnis für Heinrich Schillinger aus Vachendorf und seinen Gehilfen Sebastian Klauser aus Humhausen. Geschossen wurde damals unter anderem bei Bestattungen von Kriegsteilnehmern und bei kirchlichen Festen. Einen Verein gab es nach diesen Berichten zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Der Verein entstand am 4. Mai 1984. Hermann Schillinger aus Mühlbach hatte Interessierte zusammengebracht und wurde erster Vorstand und erster Schussmeister. Die Chroniken nennen sechzehn Gründungsmitglieder. Ein erhaltenes Satzungsblatt bestätigt den Gründungstag und beschreibt die Pflege des Brauchtums bei kirchlichen und weltlichen Veranstaltungen als Vereinszweck.
Schon in den ersten Vereinsjahren waren die Fuschbachtaler bei Festen in der Umgebung dabei. Die Chronik nennt etwa die Einweihung des Hochfelln-Gipfelkreuzes 1986 und das Feuerwehrjubiläum in Holzhausen 1987. Auch zum Vachendorfer Festjahr 1990 trugen sie bei: Ihre Böller begleiteten den Jahresauftakt am 1. Januar und den Festabend am 30. Juni.
Gemeinschaft gehört dazu
Zum Vereinsleben gehörten schon früh Ausflüge, Weihnachtsfeiern, Grillfeste und regelmäßige Zusammenkünfte. Auch jüngere Jahresrückblicke erzählen von gemeinsamen Fahrten, Besuchen bei Mitgliedern und einem Almtag. Das Auftreten bei Festen ist damit nur die sichtbare Seite einer Gemeinschaft, die das ganze Jahr über gepflegt wird.
Der Bericht von der Jahreshauptversammlung am 12. April 2026 nennt 63 Mitglieder, darunter 26 aktive Schützinnen und Schützen. Im vorausgegangenen Jahr rückte der Verein zu 15 Schießen aus. Die Zahlen zeigen, wie lebendig das Böllerschützenbrauchtum in Vachendorf geblieben ist.
Geschichte bewahren und weiterschreiben
Die Vereinsgeschichte ist nicht abgeschlossen. Bilder, Erinnerungen und Berichte ergänzen das Porträt nach und nach. Historische Aufnahmen und Dokumente werden mit der Topothek Vachendorf verbunden; aktuelle Veranstaltungen und neue Geschichten erscheinen hier auf K.u.H.
Quellen und Hinweise
Grundlagen sind die Ortschronik Vachendorf, ein erhaltenes Satzungsblatt und eine Vereinsordnung, der Topothek-Eintrag zur Vereinschronik sowie redaktionelle Berichte aus den Jahren 2025 und 2026. Die Chronikangaben von 1931 beschreiben eine ältere Schießpraxis einzelner Personen, nicht die Gründung des späteren Vereins.
Dieses Vereinsporträt wird gemeinsam mit den Fuschbachtaler Böllerschützen weiter ergänzt.