Große Eiche zwischen Hiensdorf und Marwang
Bedrohung durch Schädlinge: An dieser Eiche zwischen Hiensdorf und Marwang mussten 178 Nester des Eichenprozessionsspinners entfernt werden. Foto: Jochen Nistler.

Gemeinderat Vachendorf lehnt Waldkindergarten ab – 178 Nester des Eichenprozessionsspinners entfernt

Pressebericht von Jochen Nistler · Ereignisdatum 09.09.2025 · DOCX-Arbeitsstand vom 15.09.2025

Berichtet über: öffentliche Sitzung des Gemeinderats Vachendorf am 9. September 2025

Bedrohung durch Schädlinge: An dieser Eiche zwischen Hiensdorf und Marwang mussten 178 Nester des Eichenprozessionsspinners entfernt werden. Foto: Jochen Nistler.

Gemeinderat Vachendorf lehnt Waldkindergarten ab – 178 Nester des Eichenprozessionsspinners entfernt

Ein Waldkindergarten für Vachendorf wird es nicht geben. Das stellte der Gemeinderat in seiner Sitzung am 9. September im Haus der Dorfgemeinschaft klar. Bürgermeister Rainer Schroll berichtete, dass eine entsprechende Anfrage bei ihm eingegangen sei. Vorgesehen war, dass die Gemeinde selbst die Trägerschaft übernimmt. Das Gremium zeigte sich zwar aufgeschlossen gegenüber dem pädagogischen Konzept, verwies aber auf die praktischen Rahmenbedingungen. In den vergangenen Jahren seien aus Vachendorf lediglich ein bis zwei Kinder im Waldkindergarten Grabenstätt angemeldet worden. Angesichts sinkender Geburtenzahlen und rückläufiger Belegungszahlen im bestehenden Kindergarten sei eine zweite Einrichtung nicht sinnvoll. „Das Konzept ist in Ordnung, würde bei uns aber in direkter Konkurrenz zur bestehenden Einrichtung stehen“, fasste der Bürgermeister die Diskussion zusammen. Der Rat sprach sich schließlich einstimmig dagegen aus, das Projekt weiterzuverfolgen.

Für Aufsehen sorgte auch ein Bericht des Bürgermeisters zum Befall mit Eichenprozessionsspinnern. Eine Eiche zwischen Hiensdorf und Marwang war in diesem Sommer massiv betroffen – insgesamt 178 Nester wurden entdeckt. „Bereits ab zwei Nestern spricht man von starkem Befall“, so Schroll. Zunächst hatte die Gemeinde versucht, die Raupen mit einem angeschafften Industriesauger selbst zu bekämpfen, doch bei dieser Dimension war das nicht mehr möglich. Eine Fachfirma musste beauftragt werden, die Entfernung kostete rund 4.600 Euro. Der Eichenprozessionsspinner gilt nicht nur als Gefahr für Bäume, die durch Kahlfraß erheblich geschwächt werden können, sondern auch für Menschen. Die feinen Brennhaare der Raupen lösen beim Kontakt Hautreizungen, Atembeschwerden und allergische Reaktionen aus. Ein Gemeindearbeiter erlitt bei den ersten Beseitigungsversuchen tatsächlich gesundheitliche Beschwerden durch die Härchen. Besonders kritisch ist die Phase, in der die Raupen ausschwärmen und sich weiterverbreiten. Hätte man nicht gehandelt, wäre zu befürchten gewesen, dass sich der Schädling rasch ausbreitet. Da es sich bislang um einen Einzelfall im Gemeindegebiet handelt und weit und breit kein anderer Baum befallen war, war der sofortige Eingriff aus Sicht der Gemeinde zwingend notwendig. Nur so konnte verhindert werden, dass der Eichenprozessionsspinner Fuß fasst und dauerhaft im Bereich Vachendorf und weit darüber hinaus in der ganzen Umgebung zur Plage wird.

Die weiteren Tagesordnungspunkte wurden vergleichsweise zügig abgehandelt: Eine geplante Umnutzung einer Schreinerwerkstatt im Außenbereich wurde vertagt, da zunächst das Landratsamt Stellung nehmen soll. Einer Schallschutzmauer in der Siedlung Spielwang stimmte der Gemeinderat mit reduzierter Höhe von zwei Metern zu, und auch eine Pergola in der Mühlenstraße erhielt die Zustimmung.

Unter „Verschiedenes“ erinnerte der Bürgermeister an die Beschilderung zum Schulanfang. Zudem informierte er, dass die neue Schulleitung sich voraussichtlich kommende Woche vorstellen werde. Gespräche mit der Diakonie zur offenen Ganztagsbetreuung sollen im Herbst weitergeführt werden. Positiv hervorgehoben wurde außerdem der reibungslose Verlauf der Bauarbeiten in der Schmiedgasse.

Quellen und Hinweise

Quelle: DOCX-Hauptfassung von Jochen Nistler, SHA-256 3387b046790489478cd364cef32df80681b9d4cf2ba051f047be63a17b5e32ba. Ereignisdatum: 09.09.2025; DOCX-Arbeitsstand: 15.09.2025. Die ausgewählten Bilddateien liegen als zugehörige Originale im selben Publikationsarchiv; Fotograf: Jochen Nistler. Vor der Veröffentlichung wurde der öffentliche Bestand auf Titel-, Slug-, Absatz- und Volltextdubletten geprüft.