K.u.H.Kultur und Heimatpflege · Vachendorf
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Harte Scheite, heiße Drähte und eine gute Freundschaft

7. November 2026

Text: Jochen Nistler

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Empfang mit der Blaskapelle Otting
Volles Haus der Dorfgemeinschaft
Öttinger ? Erste Verhandlungen über das Bier ...
Hofbräu! Aber nur 30 l möglich wegen Inflation und Mehrwertsteuer. Ob das reicht?
Vier Schläge braucht der Bürgermeister
Hauptsache es schmeckt
Der Traunsteiner OB begrüßt
Und auch der Stadtpfarrer ist mit dabei.
Die Technik funktioniert
Die Rettenbacher müssen erstmal zeigen was sie können
Auch die jungen Trachtler müssen ran.
Unter den Blicken eines fachkundigen Publikums.
Das Mischpult im iPad
Aktive
Kritische Blicke
Es hat schon gepasst, scheint's
Dann kommen die Scheiteln ins Spiel ...
Die Rettenbacher mussten schwierigste Fragen beantworten.
Und bei falschen Antworten wurden sie mit Schnaps "bestraft".
Nach den ersten fünf Fragen wurde es den Bittstellern ein bisserl leichter gemacht.
Man sieht's: So ein Scheitel ist kein Kanapee.
Ohne Worte.
Dann: "Der heiße Draht"
Mehrfach schrillt der Alarm bei Rettenbach ...
Souverän hingegen der Elektriker aus Vachendorf (der's schließlich wissen muss, wo man die Batterie abschaltet)
Und auch beim Maßkrugstemmen gewannen wieder souverän die Einheimischen, komisch.
Harte Schlussverhandlungen
Selbst die Anzahl der Kuchenstückel wurden festgelegt.
Geschafft.
Letztlich einigte man sich dann doch noch und auf die Vachendorf-Rettenbacher Freundschaft wurde noch ausgiebig angestoßen.
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Beim Patenbitten des GTEV Eschenwald Rettenbach in Vachendorf mussten die Gäste einiges aushalten. Am Ende standen die Zusage der Vachendorfer, ein sorgfältig ausgehandeltes Festprogramm für den Gaumen – und die Erkenntnis, dass ein Elektriker beim heißen Draht gewisse Vorteile hat.

Wer die Vachendorfer Trachtler als Paten gewinnen möchte, braucht gute Argumente, Ausdauer und belastbare Knie. Die Rettenbacher hatten am Samstag, 7. November, alles mitgebracht. Beim Patenbitten des GTEV Eschenwald Rettenbach im voll besetzten Haus der Dorfgemeinschaft zeigten sie sich als ebenso ausdauernde Verhandlungspartner wie tapfere Mitspieler. Die Gastgeber vom GTEV Edelweiß Vachendorf hatten sich schließlich einiges einfallen lassen.

Die Rettenbacher hatten die Musikkapelle Otting mitgebracht, die schon zum Empfang am Eingang aufspielte. Mit bester Blasmusik begleitete sie den ganzen Abend und sorgte für den passenden Schwung zwischen Tanz, Prüfungen und Verhandlungen. Durch das Geschehen führten Max Meisinger und Jakob Häuser.

Ein erstes handfestes Angebot brachten die Rettenbacher gleich mit: ein Fass Bier. Dass es lediglich 30 Liter enthielt, ließ sich selbstverständlich erklären – Inflation und Mehrwertsteuer hatten offenbar auch vor dem Patenbitten nicht haltgemacht. Die Vachendorfer nahmen das Angebot dennoch an. Bürgermeister Rainer Schroll erledigte den Anstich mit vier Schlägen, und beim ersten gemeinsamen Bier kamen die Verhandlungen schon einmal auf eine brauchbare Grundlage. Schweinebraten mit Knödeln und Kraut stärkten anschließend alle Beteiligten für das, was noch kommen sollte.

Zunächst mussten die Rettenbacher ihr tänzerisches Können beweisen. Von den Jugendgruppen bis zu den Aktiven zeigten sie verschiedene Tänze und Plattler. Auch der „Vachendorfer“ durfte dabei natürlich nicht fehlen. Diese Aufgabe meisterten die Gäste gekonnt. Beim folgenden Teil des Abends half allerdings selbst eine sichere Schrittfolge nur bedingt weiter.

Für das Scheitelknien hatten die Gastgeber zwei Holzscheite vorbereitet. Darauf nahmen der Rettenbacher Vorstand Franz Maier und sein Stellvertreter Daniel Schmalzbauer Platz. Unterstützung erhielten sie von Traunsteins Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer, dem ersten Gauvorstand Michael Hauser und Stadtpfarrer Konrad Roider. Auch diese drei waren bereit, für die gewünschte Patenschaft auf die Knie zu gehen.

Zwölf knifflige Fragen warteten auf die fünf Bittsteller. Dabei ging es unter anderem um die Mitgliederzahl des Vachendorfer Trachtenvereins und die Einwohnerzahl der Gemeinde. Wer keine oder die falsche Antwort wusste, erhielt von den Marketenderinnen einen Schnaps als „Strafe“. Die Vachendorfer hatten bei ihren Fragen erkennbar mehr Wert auf den Unterhaltungswert als auf leichte Lösbarkeit gelegt. Immerhin bewiesen sie ein gewisses Mitgefühl: Die schmerzenden Kanten der Scheite wurden im Verlauf der Prüfung abgehobelt.

Nach Ansicht der Gastgeber schlugen sich die Rettenbacher bei der Fragerei zwar mehr schlecht als recht. Aber sie schlugen sich – und machten jeden Spaß mit.

Das galt auch für die Sonderprüfung am heißen Draht. Die beiden Vorplattler mussten einen Ring möglichst ohne Berührung an einem gebogenen Draht entlangführen. Beim Rettenbacher meldete sich der Alarm mehrfach lautstark zu Wort. Sein Vachendorfer Gegenüber löste die Aufgabe dagegen souverän. Wobei ein Elektriker natürlich weiß, wo man die Batterie ausschaltet. Das ausschließlich mit Vachendorfern besetzte, selbstverständlich vollkommen unparteiische Schiedsgericht entschied jedenfalls auf ein klares 6:0 für Vachendorf.

Auch beim anschließenden einhändigen Maßkrugstemmen der beiden Fähnriche setzte sich der Einheimische durch. Wieder souverän. Wieder zur vollsten Zufriedenheit des Schiedsgerichts. Über die sportlichen Kräfteverhältnisse konnte aus Sicht der Gastgeber damit wohl kein Zweifel mehr bestehen.

Für die Schlussverhandlungen mussten die fünf Bittsteller noch einmal auf die Scheite. Nun wurde um die Bedingungen der Patenschaft gerungen – und zwar gründlich. Vereinbart wurden zwei Freimaß und freies Essen für jeden gemeldeten Trachtler sowie 70 Maß Bier am Festsonntag. Dazu kamen das bereits mitgebrachte 30-Liter-Fass, 40 Stück Kuchen und 20 Aperol für die aktiven Dirndln. Selbst die Kuchenmenge war damit ordentlich geregelt.

Nach der erfolgreichen Einigung gehörte die Tanzfläche beiden Vereinen gemeinsam. Vachendorfer und Rettenbacher traten miteinander auf und zeigten zum Abschluss unter anderem noch einmal den „Vachendorfer“. Anschließend klang der Abend gesellig aus.

Die Gastgeber hatten mit Einfallsreichtum, spitzen Fragen und bemerkenswerter Sicherheit bei der Vergabe der Siegerpunkte für einen äußerst vergnüglichen Abend gesorgt. Die Rettenbacher hielten tapfer dagegen, nahmen die Prüfungen mit Humor und machten jeden Spaß mit. So stand am Ende bei aller liebevollen Frotzelei vor allem eines fest: Auf diese Freundschaft lässt sich bauen – und nun auch ganz offiziell anstoßen.

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